Archiv für die Kategorie ‘Kultur’

Bielefeld war gestern

Sonntag, 24. Mai 2009

20090523-luneburg

Und? Hat’s geklappt?

Ganz schön schlimm, echt jetzt!

Mittwoch, 22. April 2009

Der FC-Bayern-Pressesprecher beweist Geschichtskenntnisse:

Bayern-Sprecher Markus Hörwick hatte die Darstellung des gekreuzigten Coaches sogar als “die vielleicht schlimmste Entgleisung, die es in den deutschen Medien jemals gegeben hat” bezeichnet.

„Jemals“?

Das ist die komplette Vergangenheit. Ich hege ja den starken Verdacht, in Sachen Entgleisung hat die deutsche Pressegeschichte dann doch noch ein paar schlimmere Sachen zu bieten. Als Pressesprecher muß man sich mit sowas aber vermutlich nicht auskennen.

Wer hat denn hier den Schlapphut auf?

Mittwoch, 18. März 2009

Unrealistischer Fernsehkrimi:

Verfassungsschutz-Beschwerde bei Furtwängler

Der niedersächsische Verfassungsschutz-Chef Günther Heiß hat einen Brief an die Schauspielerin geschrieben. Darin beschwert sich Heiß über die “völlig unrealistische Darstellung des Verfassungsschutzes” im “Tatort”-Krimi “Das Gespenst” mit Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm.

Und wo beschwert der sich, wenn er das Intrigenspiel in Cosí fan tutte für unrealistisch hält? Bei Anna Netrebko?

Go! Go! Go!

Mittwoch, 18. März 2009

Niedersachsen drückt aufs Gaspedal:

Turbo-Abitur soll früher kommen

Heißt es dann auch “Super-Turbo-Abitur”?

200 Mio and counting …

Freitag, 12. September 2008

Auf der Zielgeraden drehen sie noch einmal richtig auf:

Das für Freitag geplante und dann abgesagte Krisentreffen zwischen Vertretern des Senats und des Baukonzerns Hochtief sollte klären helfen, um wie viel das Projekt teurer wird […]. Im Gespräch sind 100 bis sogar 200 Millionen Euro.

Im letzteren Fall wären sie dann also bei 440 Millionen angekommen. Ich revidiere meinen Tip und bin jetzt neugierig, ob sie die halbe Milliarde noch in diesem Jahr schaffen — ist ja noch über ein Quartal Zeit.

Zugegeben, es könnte auch passieren, daß plötzlich gar kein Geld mehr benötigt wird, weil die ganze Nummer mit Pauken und Trompeten (tut mir leid, der Kalauer ist nicht zu vermeiden) komplett untergeht. Aber wenigstens herrscht inzwischen auch eine wenig überraschende Einigkeit, wer die Zeche zahlt:

und welche zusätzlichen Belastungen auf die Steuerzahler zukommen

Unter den Zuschauern macht sich ungläubiges Staunen breit … Das ist also das große, langgehütete Geheimnis. Wer hätte das nur je gedacht?

Und Senatorin von Welck ist jetzt bestimmt erst so richtig baß erstaunt, wie unheimlich kompliziert es ist, so ein tolles, großes Häuschen zu bauen.

Abendblatt

Extra harmonisch

Mittwoch, 03. September 2008

Die Elbphilharmonie birgt Überraschungen:

Elbphilharmonie wird noch teurer

Die Vision: Einer der prunkvollsten Konzertsäle Europas und ein neues Wahrzeichen der Hansestadt. Die Realität: Das Prestigeobjekt Elbphilharmonie verschlingt immer mehr Geld. Im November 2006 sprach man noch von 37,3 Millionen Euro zusätzlich. Jetzt kommen nochmal 100 Millionen Euro dazu.

[…] nach jetzigem Stand rund 340 Millionen Euro. Der Rundfunksender NDR 90,3 berichtete am Mittwoch zudem, dass die Bauarbeiten ein halbes Jahr hinter den Planungen zurück seien.

Neeiiiiiin! Wie konnte Frau von Welck sich nur so täuschen? Aber ich hatte schon so eine leichte Ahnung. Man könnte jetzt Wetten anbieten: Schaffen die bis 2011 die halbe Milliarde? Ich schlaf’ nochmal drüber, dann geb’ ich einen Tip ab.

Ab jetzt ist es mir eine eigene Kategorie wert.

Abendblatt

Disharmonien

Mittwoch, 11. Juni 2008

Bei der Elbphilharmonie passieren weiterhin überraschende Dinge:

“Wir können uns bei diesem Projekt keine Risiken erlauben”, sagte die Senatorin.

Whoa! Risikofreies Projektmanagement. Wenn sie das wirklich draufhat, sollte sie ganz schnell eine Beratungsfirma dafür gründen.

und die Suche nach demjenigen, der die Extra-Kosten übernimmt, mit denen bei derartigen Verzögerungen und Komplikationen zu rechnen sein dürfte.

Nennt mich verwegen, aber könnte es vielleicht tatsächlich passieren, daß man in so einem Fall auf Steuergelder zurückgreifen würde? Kaum vorstellbar, aber wer weiß?

Bislang wurde stets ein Gesamtpreis von rund 241 Millionen Euro genannt. Bis September soll geklärt werden, ob und wie viel die Stadt zusätzlich investieren muss.

Wollen wir mal raten?

Die Übernahme politischer Verantwortung lehnte die parteilose Senatorin ab …

Mit der Übernahme finanzieller Verantwortung wäre es eigentlich schon getan.

… und verwies mehrfach auf die “Planungstiefe”, die erst jetzt erreicht worden sei. Es sei ihr “wie Schuppen von den Augen gefallen”, wie viele Details zu beachten seien.

Ja, nicht wahr? Einfach unglaublich. Woran man alles denken muß! Das kann ja kein Mensch voraussehen.

Ich bin ja bereit zuzugeben, daß ein gewisses Maß an Naivität dabei helfen kann, in die Politik zu gehen, aber ab einer gewissen Hierarchiestufe (die anscheinend mit Planungstiefe korreliert, was bestimmt gaaaar nichts mit dem Begriff der “Fallhöhe” zu tun hat) ist das vielleicht doch eher hinderlich. Vielleicht möchte Frau Welck in Zukunft doch lieber wieder etwas machen, wovon sie was versteht?

Eine weitere Verschiebung über den Termin im Herbst 2011/12 schloss sie aus.

Aus der Erkenntnis davor haben wir aber mal so rein gar nichts gelernt, hm? Ganz bestimmt keine Schuppen mehr auf den Augen?

Abendblatt 1, 2

Schnell, schnell!

Dienstag, 10. Juni 2008

Die Elbphilharmonie fängt mal ganz Andante an:

+++Eilmeldung+++

Elbphilharmonie erst später fertig

Und was ist daran dann eilig? So eilig, daß nicht mal Zeit für das hier fehlende t war:

Die Elbphilharmonie soll im Herbst 2010 stehen und eins der besten zehn Konzerhäuser der Welt werden. Doch der Zeitplan hat sich verändert.

Wie bei jedem Projekt müssen Zeit, Kosten und Qualität ausbalanciert werden. Zur Qualität gibt’s ja ziemlich kompromißlose Ansagen. Da die Zeitskala soeben länger geworden ist, müßte infolgedessen nun der Preis sinken.

Ich habe da so eine Ahnung, daß es anders kommen wird.

Abendblatt

Laßt mal Patrick Bateman ran!

Donnerstag, 29. Mai 2008

Ein lang ersehnter Film war dann doch nicht so toll:

Doch was mich vorletzte Woche bei einer Preview in einem Filmpalast in Berlin überrascht hat, war geradezu schockierend:

[…]

Pausenlos wird über das eigene Sexleben philosophiert und gleichzeitig dem Markenfetisch gefrönt.

Ah, American Psycho.

Sicherlich wissen Sie spätestens jetzt, um welchen Film es sich hier dreht: Heute startet “Sex and the City” in den deutschen Kinos.

Hm, wohl doch nicht.

Denn der Streifen ist ein aufgeblasener Werbeclip, in dem alle 30 Sekunden eine neue Marke präsentiert wird. Vor lauter Markensammelei hat man leider das Drehbuch vergessen.

Also doch lieber was anderes gucken. Für die Romanvorlage empfehle ich z. B. Bret Easton Ellis.

Mopo

Licht aus!

Mittwoch, 28. Mai 2008

Minderjährige sollen nicht mehr ins Solarium dürfen:

Die Bundesregierung will Minderjährigen Sonnenstudios wegen massiver Hautkrebsrisiken verbieten.

Und hat die FDP das schon kritisiert und irgendwas vom “mündigen Bürger” gefaselt? Oder hat sie diesmal tatsächlich vorher die genaue Bedeutung von „mündig“ bemerkt und sich auf die massiven zu erwartenden Pleiten von Sonnenstudios und Geräteherstellern zurückgezogen und ein weiteres sinnloses Mal genölt, daß der „freie Markt“ das schon richten werde?

Da müßte man ihnen eigentlich sogar rechtgeben mit der Anmerkung, daß der „freie Markt“ in diesem Fall eine Kombination aus Evolution und Darwin Award wäre.

Versuche zum Strahlenschutz in Sonnenstudios für Jugendliche auf freiwilliger Basis waren weitgehend gescheitert.

Wie haben die wohl ausgesehen? Daß bis 2011 mindestens 40% der Mitglieder des Verbandes deutscher Sonnenstudiobetreiber in mindestens 30% ihrer Betriebe auf mindestens 20% der Betriebsfläche mindestens 10% der Geräte ausschließlich für Volljährige reservieren? Und bis 2023 dann mindestens 49% der Mitglieder in mindestens 37% der Betriebe auf mindestens 22% der Betriebsfläche mindestens 11% der Geräte?

Natürlich nur in Betrieben von mindestens 159 m².

Abendblatt

Bitte lächeln?

Montag, 19. Mai 2008

In Großbritannien tut sich die Regierung mit Google zusammen:

Britische Regierung und Google kooperieren

Werden jetzt alle Server videoüberwacht?

Der britische Premierminister Gordon Brown hat heute auf der Google Zeitgeist Conference eine Partnerschaft seiner Regierung mit dem Internetunternehmen verkündet. Dabei wird der Dienst Google Earth genutzt, um

… Standorte von Überwachungskameras wiederzugeben und deren Bilder live zu streamen? Äh, nein:

mit Hilfe von meteorologischen Daten des Met Office Hadley Centre und der British Antarctic Survey die Veränderungen durch den Klimawandel zu dokumentieren und die Temperaturentwicklung der kommenden hundert Jahre zu prognostizieren.

Na, immerhin wird das Wetter sowas ähnliches wie videoüberwacht. Aber weiter:

Des Weiteren plane die britische Regierung, das E-Government, das Schul- und das Gesundheitssystem mit Hilfe Web-basierter Systeme und Datenbanken auszubauen, sagte Brown.

Ah, werden die Standorte von Schulkindern in Google Maps dargestellt? Äh, nein:

Die IT solle stärker für die Verbrechensbekämpfung genutzt werden, beispielsweise durch die Erfassung von Videos Verdächtiger und durch “Crime Mapping” für die britische Polizei.

Na also. Geht doch.

 Heise Online

Allerstrengstes Jugendverbot!

Dienstag, 18. März 2008

Das US-amerikanische Nobelcallgirl, weswegen der New Yorker Senator zurücktreten mußte, dreht mit gnadenlosen Enthüllungsgeschichten jetzt erst recht auf, nun über den Schauspieler Charlie Sheen:

Das Callgirl, das den US-Politiker Eliot Spitzer zu Fall brachte, hatte noch mehr prominente Kunden – unter anderem Hollywoodstar Charlie Sheen.

[…] Sie habe sich dabei gemeinsam mit einer Kollegin als Cheerleaderin verkleiden müssen, zitiert die britische Website ihren damaligen Zuhälter Jason Itzler.

Von diesen abenteuerlichen, abgefahrenen Sachen können sich Europäer mal noch eine gehörige Scheibe abschneiden. Aber wer glaubt, der Gipfel der vollkommen hemmungs- und tabulosen Orgien sei damit erreicht, sieht sich fassungslos getäuscht.

Es geht noch härter, noch heftiger, noch unglaublicher! Setzen Sie sich hin! Hände AUF den Tisch! Denn:

Zudem hätten die Mädchen beim Sex seinen Namen rufen sollen.

Jetzt erstmal kalt duschen!

Elaborierter Code

Montag, 26. November 2007

Focus online befaßt sich mit Volksweisheiten:

Weniger Intellekt bringt mehr Spaß im Bett

Eine Volksweisheit, an der vielleicht etwas dran sein könnte

Wie Volksweisheiten es so an sich haben, sind sie in aller Regel aber wesentlich griffiger formuliert und auf den Punkt gebracht als in dem Focus-Titel. Ganz besonders diese! Aber dafür war sich der Focus wohl zu, äh, seriös.

Die korrekte Antwort auf die bewußte Weisheit lautet übrigens:
„Kann sein. Aber schlau PIEP besser!”.

Auch wir sind seriös.

Focus online

Kleiner Nachschlag

Dienstag, 20. November 2007

Die schwimmende Jugendherberge wird teurer:

Ursprünglich wollten sich das deutsche Jugenherbergswerk, die IBA und die Stadt die Kosten von etwa sechs Millionen Euro teilen. Doch eine genaue Prüfung hat jetzt ergeben, dass die schwimmende Jugendherberge mit rund 16 Millionen Euro deutlich teurer werden würde, als ursprünglich gedacht. IBA-Sprecherin Iris Groscurth: “Bis Ende dieses Monats werden daher noch Sponsoren gesucht, um das Projekt fortführen zu können.”

Wie wär’s mit der Elbphilharmonie?

Abendblatt

Burgfrieden ist auch nicht viel besser

Montag, 17. September 2007

Die New Yorker Opern wollen gut miteinander auskommen:

Der Pariser Opernintendant Gérard Mortier, der ab September 2009 an die New York City Opera wechselt, will aus der US- Metropole das größte Opernzentrum der Welt machen.

«Ich habe mit dem Leiter der Metropolitan Opera, Peter Gelb, eine Art Versailler- Vertrag abgeschlossen. Ich werde nicht gegen die Met rivalisieren, sondern versuchen, ein ergänzendes Programm zu schaffen», sagte der Belgier […]

Nun ist der Versailler Vertrag nicht gerade als Musterbeispiel stabiler und respektvoller internationaler Koexistenz auf Basis multilateraler Konsultationen bekannt geworden. Man fragt sich, ob man nicht eine Prüfung in geschichtlichen Grundkenntnissen verlangen sollte, bevor fachfremde Auskenner (Dr. Mortier hat Jura gelernt, was das ganze noch origineller macht) versuchen, historische Vergleiche zu ziehen.

Netzeitung

Hausratversicherung

Montag, 03. September 2007

Harry Potter ist zu teuer:

Einige handsignierte «Harry Potter»-Bücher werden demnächst versteigert. Bis zum Auktionstermin werden die wertvollen Stücke an einem ungewöhnlichen Ort verwahrt.

[…] Die Bände liegen nun im Gefängnis der Polizeistation Huntly im Nordosten Schottlands.

Die Potter-Bände sowie ein Brief von Rowling, in dem sie die Echtheit ihrer Autogramme bestätigt, sollen für die Wohltätigkeitsorganisation Books Abroad versteigert werden. Diese hatte die schottische Clydesdale Bank gebeten, die signierten Ausgaben bis zu dem Auktionstermin am 19. September aufzubewahren. Die Bank lehnte dies mit der Begründung ab, sie sei für so wertvolle Gegenstände nicht versichert.

[…] Der Auktionswert jedes der sieben Potter- Bände wird auf mindestens 30.000 Euro geschätzt

Eine Bank, der die Aufbewahrung von gut 200000 € wegen Unterversicherung zu riskant ist?  Was stimmt da nicht mit dem britischen Bankenrecht?

Netzeitung