Archiv für die Kategorie ‘Gesellschaft’

Vorratsdaten

Samstag, 07. Juni 2008

Die Lufthansa hat auch Vorratsdaten:

Auch Lufthansa spähte Journalisten aus

Auch die Deutsche Lufthansa ist offenbar nicht zimperlich, wenn es darum geht, Presse-Informanten in den eigenen Reihen zu enttarnen. In einem Fall nutzte sie Informationen über Passagiere – die noch weniger geschützt sind als Telefondaten.

Dumdidum.

 Spiegel online

Was macht die denn so?

Sonntag, 01. Juni 2008

Neuerdings gibt’s auch im im Buckingham-Palast Jobcenter:

Zum Wohle der Monarchie: Königin Elizabeth II. hat der Freundin ihres Enkels William einen guten Tipp gegeben. Middleton solle sich doch bitte erst Job und Karriere zulegen, bevor sie vor den Traualtar trete.

Die hat gut reden.

Spiegel online

Vorratsdatenspeicherung

Montag, 26. Mai 2008

Die Telekom hat bekanntlich ein bißchen rumgeschnüffelt:

Fälle von Fehlverhalten müssten aufgeklärt werden und harte Konsequenzen nach sich ziehen. “Die aktuellen Vorwürfe, wenn sie sich bewahrheiten, widersprechen klar unserem Verständnis von Datenschutz.”

Und gegebenfalls, möglicherweise, unter Umständen, vielleicht auch geltendem Recht?

Die Telekom habe 240.000 korrekt arbeitende Mitarbeiter, die sein Vertrauen genießen würden.

Die waren auch nicht das Problem …

Spiegel Online

Die Garage bleibt zu!

Freitag, 09. Mai 2008

Spiegel online hat revolutionäre Tips zur Spritkostensenkung:

  • 1. Teil: Schmerzstillende Mittel für geplagte Autofahrer
  • 2. Teil: Tanken bei den europäischen Nachbarn
  • 3. Teil: Frühes Hochschalten spart Sprit
  • 4. Teil: Im Verkehrsfluss mitschwimmen
  • 5. Teil: Motor öfters abschalten
  • 6. Teil: Ballast abwerfen
  • 7. Teil: Reifendruck checken, Reifen auswechseln
  • 8. Teil: Stromverbrauch drosseln
  • 9. Teil: Billigste Tankstelle heraussuchen

Tja, der entscheidende fehlt:

0. Teil: Karre einfach mal stehenlassen.

Und für alle die, die gequält aufschreien, sie würde ihren Blechhaufen aber nun mal „brauchen“: Falsche Antwort, Leute. Brauchen tut ihr Wasser, Luft, Nahrung und (je nach Breitengrad und kultureller Ausprägung) Kleidung. Was in 90% der Fälle vermutlich gemeint ist, ist „Ich will aber im Namen meiner persönlichen Bequemlichkeit eine erhebliche Menge Geld ausgeben.“. Das ist in Ordnung, soll jeder machen, wie er will oder kann, aber „brauchen“ ist das nicht!

Spiegel Online

Gedächtnis

Dienstag, 29. Januar 2008

Die Welt erinnert sich, jedenfalls ungefähr:

“Experimente verboten” – das Plakat auf dem Flur der CDU-Fraktion im hessischen Landtag huldigt noch dem früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer und seinem legendären Ausspruch.

Der damalige Slogan lautete „Keine Experimente!“, aber heutzutage reicht es offenbar schon, wenn man sich an historische Umstände nur grob sinngemäß erinnert. Das ist gerade bei Zitaten vielleicht etwas gewagt, aber wer würde denn auch noch Recherche verlangen wollen?

Die Welt

Generation 40

Donnerstag, 17. Januar 2008

Der Sozialdezernent von Gießen über Wellness in Hessen vor 40 Jahren:

Die Toilette im Garten musste er sich selber bauen, das Holz zum Heizen selber hacken, auf fließendes Wasser muss er ganz verzichten: Das Jugendamt des Landkreises Gießen hat einen gewalttätigen Jugendlichen in ein Erziehungscamp nach Sibirien geschickt – für neun Monate.

[…]

Der Jugend- und Sozialdezernent des Landkreises Gießen, Stefan Becker, sagte der “Süddeutschen Zeitung”, die Verhältnisse vor Ort entsprächen “etwa dem Stand wie bei uns vor 30 oder 40 Jahren”.

Ich bin 30-40 Jahre alt, und obwohl ich aus der westwestwestwestfälischen Provinz stamme, kann ich mich deutlich daran erinnern, mit zwei auch heute noch handelsüblichen Keramik-WCs aufgewachsen zu sein, die mit hervorragend fließendem Wasser betrieben wurden, das bei Bedarf in einem anderen Raum sogar warm zu Körperpflegezwecken zur Verfügung stand. Wir nannten das „Badezimmer“, sowas war auch seinerzeit in den mir bekannten Industrienationen gesellschaftlicher Standard, und ich frage mich, wo Herr Becker aufgewachsen sein mag.

Spiegel Online

Hallo? Hallo?

Mittwoch, 05. Dezember 2007

Eine Juristin besteht auf der freien Entfaltung des Ellenbogens:

Anwältin klagt gegen HandyVerbot am Steuer

Christiane Yüksel wurde schon vier Mal erwischt

Rechtsanwältin Christiane Yüksel (42) telefoniert gerne beim Autofahren, […] und will das Handyverbot kippen. Sie glaubt: “Das verletzt mein Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit!”

Von Freisprechanlagen hält die promovierte Juristin gar nichts: “Teuer und umständlich.”

Tja, In Recht promoviert und nix gelernt. Es wäre schon einiges gewonnen, wenn diese ganzen selbsternannten Retter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und des Rechtsstaates den Artikel 2, den sie so gerne mißbrauchen, einfach mal zu Ende lesen würden. Der geht nach dem Komma nämlich noch weiter. Das gilt übrigens auch für die Nichtraucherschutzgegner, die mit diesem Totschlagargument genauso gerne hirnhaltlos um sich schlagen!

Man kann gespannt sein, wann die Dame Zebrastreifen, Ampeln und die rechts-vor-links-Regel in Grund und Boden klagt.

Mopo

Lauter!

Mittwoch, 24. Oktober 2007

MTV sucht für seine European Music Awards noch telegenes Publikum, hat aber ein Problem mit dem Sendetermin:

Im freien Verkauf gab es in diesem Jahr überhaupt keine Eintrittskarten für die “EMAs”, bei denen unter anderen Justin Timberlake und Beyoncé mehrfach nominiert sind. Grund ist der Termin. Allerheiligen ist laut bayerischem Feiertagsgesetz ein sogenannter stiller Tag. Öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen sind nur dann erlaubt, “wenn der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt ist”.

Kein Problem:

Die übrigen 3000 Karten sollen an Fans vergeben werden. Dies geschieht laut MTV über Verlosungen, Sonderaktionen – ein Sponsor hat etwa einen Schreiwettbewerb in verschiedenen Filialen veranstaltet

Es soll sich um wirklich ganz ernstes Schreien handeln.

Spiegel online

Auf der Insel wird überwacht

Montag, 22. Oktober 2007

In Großbritannien wird ja gerne als stärkstes Unterscheidungsmerkmal der eigenen freien Gesellschaft zu einem Polizei- und Überwachungsstaat wie Deutschland das Fehlen von verpflichtenden Identitätsdokumenten (vulgo: Personalausweis) herangezogen. Daß im Königreich die weltweit höchste Dichte an öffentlichen Überwachungskameras herrscht, …

Großbritannien ist eines der führenden Länder, was die Einführung von Überwachungstechnologie betrifft. An der Spitze liegt das Land bei der Dichte an Überwachungskameras. Jetzt will man auch flächendeckend das Straßennetz mit Kameras ausstatten, mit denen Fahrzeuge automatisch erkannt werden können, um Kriminellen die Benutzung von Straßen zu verwehren.

…, fällt in diesem Zusammenhang oft unter den Tisch. Aber das macht alles nix, denn:

80 Prozent der britischen Überwachungskameras liefern keine brauchbaren Bilder

Überdies sei die Mehrzahl der Kameras nicht dort installiert, wo sie dazu geeignet wären, Straftaten oder Anschläge zu entdecken oder zu verhindern.

Probleme ergeben sich für die Polizei auch aus der Vielzahl der digitalen Bildformate und inkompatiblen Systeme. Zudem liefern die vielen Kameras, mit denen Großbritannien überzogen ist, eine Flut von Bildern, die gar nicht mehr gesichtet werden kann.

So kann man die Privatsphäre natürlich auch schützen. Aber irgendjemand muß das für einen untragbaren Zustand gehalten haben, denn nun werden andere technische Saiten aufgezogen:

Britische Schule testet RFID-Chips in der Schulkleidung

Pionier ist die Schule mit einem Projekt, bei dem der Aufenthaltsort von Schülern durch Chips, die in ihren Schuluniformen eingenäht sind, von den Lehrern festgestellt werden kann.

Unterstützt wird der Schuldirektor von einem Sprecher des Kinder-, Schul- und Familienministeriums, der allerdings deutlich macht, dass man landesweit plant, RFID-Chips einzusetzen.

Die Schulen in dem Gebiet hätten großes Interesse an den Chips signalisiert, da die Regierung im nächsten Jahr ein computerbasiertes Registrierungssystem mit Internetzugriff für die Eltern einführen will.

Personalausweise gibt’s aber tatsächlich keine. Selbstbild gerettet.

Heise/Telepolis: 1 2 3 4 5 6 7

Et hätt noch immer jot jejange.

Freitag, 17. August 2007

Die Kölner CDU zum geplanten Bau einer Moschee:

Auf einem Parteitag wollen die Christdemokraten morgen ihre Haltung zur geplanten Moschee im Stadtteil Ehrenfeld neu erörtern. […] So soll der Bau deutlich kleiner ausfallen. Der bislang geplante Kuppelbau mit den zwei 55 Meter hohen Minaretten sei für die Kölner CDU nicht akzeptabel.

Wieso? Hat man in Köln schlechte Erfahrungen mit großen Sakralbauten?

Spiegel Online

Eins, zwei, viele!

Dienstag, 17. Juli 2007

Passantenzählungen zur Beliebtheit von Innenstädten ergaben:

Die Zählung zwischen 13 und 14 Uhr ergab jedenfalls 10 485 Passanten in der Mönckebergstraße. Im Durchschnitt der Vorjahre von 2000 bis 2006 waren es noch 6630 gewesen.

und

Demnach hat Hamburgs wichtigste Einkaufsstraße im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zugelegt. Allerdings: Gezählt wurde am 12. Mai – als Hamburg Hafengeburtstag feierte und Zigtausende Touristen in der Stadt waren.

Was aber offenbar keinen daran hindert, trotzdem weiter mit diesen Zahlen anzugeben.

Bundesweit wurde in Hunderten Einkaufsstraßen gezählt. Die Schildergasse in Köln ist wie in den Vorjahren die belebteste Straße: Dort waren 14 265 Passanten.

Hat man da vielleicht am 19. Februar gezählt? Das wäre Rosenmontag gewesen.

Jetzt müßte eigentlich noch eine Meldung aus Paris drankommen, der zufolge man am 14. Juli imposant viele Menschen auf der Avenue des Champs Elysées gezählt habe. Zwar auffällig viele Militärs darunter, aber auf solche Kleinigkeiten kommt’s ja nun nicht an.

Abendblatt

Metaphern für Fortgeschrittene

Dienstag, 12. Juni 2007

Frau Hilton hinter Gittern:

[…] erzählte Hilton angeblich auch, wie sie sich die ersten drei Tage im Gefängnis gefühlt habe: «Ich habe nicht gegessen und nicht geschlafen. Ich war wirklich depressiv und habe mich gefühlt wie in einem Käfig», sagte sie.

Das ist immerhin schon Abstraktion auf zweiter Ebene. Die Erkenntnis, man fühle sich im Gefängnis wie in einem Gebäude, hat sie glatt übersprungen.

Netzeitung