11. September 2011
Sebastian Edathy kennt sich mit Zusammenhängen aus:
Dass ein Gesetz vom höchsten deutschen Gericht verworfen wird, heißt nicht, dass der Bundestag schlampig gearbeitet hat, sondern dass die Gewaltenteilung in unserem Land funktioniert.
Daß die Gewaltenteilung in unserem Land funktioniert, heißt nicht, daß der Bundestag nicht schlampig arbeitet.
Das Peinliche ist, daß die Gesetzgebung dabei lernresistent ist, egal, die wievielte Klatsche sie sich gerade in Karlsruhe wieder geholt hat. Das ist nämlich leider kein entweder-oder. Das ist schlampig.
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28. Juni 2011
EMC jongliert mit Speichergrößen:
Demnach entsprechen 1,8 Zettabyte mehr als 200 Milliarden HD-Filmen von jeweils zwei Stunden Länge. Außerdem bräuchte man 57,5 Milliarden iPads, um davon ein Backup anzulegen.
Ein iPad ist ca. 24 x 19 cm² groß. Diese Menge ergibt dann eine Fläche von ca. 2600 km². Also ziemlich genau ein Saarland.
Das kann kein Zufall sein!
(Spiegel Online)
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26. Juni 2011
Frau Koch-Mehrin hört die Signale:
Silvana Koch-Mehrin hat nach deutlicher Kritik deutscher Wissenschaftsorganisationen ihren Rückzug vom Forschungsausschuss des EU-Parlaments verkündet. Die FDP-Politikerin werde in einen anderen Ausschuss wechseln, teilte ihr Sprecher am Samstagabend mit.
Wie wär’s denn mit dem Rechtsausschuß?
(Spiegel Online)
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19. Juni 2011
Die Koalition über ihre eigene Zuverlässigkeit:
Abgeordnete von CDU und CSU, die namentlich in der Vorabmeldung der Zeitung nicht genannt werden, werfen Rösler vor, er sei ein “Umfaller” und “Wendehals”. Begründung: Als FDP-Fraktionsvorsitzender im niedersächsischen Landtag habe er völlig anders agiert als jetzt auf Bundesebene.
Na sowas, die Chefin wird schockiert sein.
Wahrscheinlich wegen der enttäuschenden Geschwindigkeit. Die Bundeskanzlerin hat ja schließlich vor wenigen Wochen als Bundeskanzlerin noch ganz anders agiert als heute als Bundeskanzlerin.
So geht das!
Und die CSU sollte in dieser Angelegenheit vielleicht auch lieber, wie sagt man noch gleich, …, ach ja, „die Klappe halten“. Ja, so sagt man.
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18. September 2010
Ole von Beust hat Beziehungen:
Ole von Beust und ein junger, blonder Mann. […] der neue Freund des Ex-Bürgermeisters?
Die “Bild-Zeitung” fragte nach, und der 55-jährige Beust bestätigte: “Wir leben zusammen.”
[…] Die Reporter bohrten weiter: Und wie ist das mit dem Altersunterschied? Der neue Lebenspartner ist immerhin 36 Jahre jünger. Wenn ein Mann mit einer deutlich jüngeren Frau zusammenlebt, gibt es doch auch sofort Gerede. Wie ist das denn bei Schwulen?
Überraschung: Gibt auch Gerede.
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15. September 2010
Geplant ist ein System zur Bewertung der hygienischen Verhältnisse in der Gastronomie:
Sollen Verbraucher durch Smileys sofort sehen, wie es um die Hygiene von Kneipen und Restaurants steht? Was in Dänemark lange üblich ist, planen Ministerin Aigner und ihre Länderkollegen nun auch für Deutschland.
Jetzt lachen wir alle einmal ganz herzlich und warten ab, was in einem Vierteljahr davon noch übrig ist. Mein Tip: Die unkommentierten Meßwerte der letzten Untersuchung werden ab 2018 auf einem DIN-A5-Blatt auf der Innenseite der Kellertür ausgehängt, zum Durchlesen muß man sich einen Tag vorher anmelden und Beleuchtung ist selber mitzubringen.
Update 17.09.2010:
Die ersten Detaillierungen werden bekannt:
Um aber Verwirrungen zu vermeiden, wollen Bund und Länder bis Ende des Jahres ein einheitliches Konzept vorlegen, mit dem Restaurants bundesweit bewertet werden können. […] Dabei sei es nicht notwendig, dass die Kennzeichnung nach dänischem oder Berliner Vorbild mit Smiley-Piktogrammen lachender und weinender Gesichter erfolge, erklärte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) […]. Entscheidend sei, dass die Informationen verständlich und aktuell seien und dass die Darstellung der Ergebnisse einheitlich sei.
Die Smileys sind also schonmal vom Tisch. Mein Tip stimmt bis jetzt noch.
Der baden-württembergische Verbraucherminister Rudolf Köberle (CDU) sagte, ein verbindliches System, das die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung transparent mache, werfe neue rechtliche Fragen auf. Diese sollten schnellstmöglich und ohne großen juristischen Aufwand geklärt werden.
Super Plan! Diese lästigen rechtlichen Aspekte werden sowieso immer überbewertet. Und wenn man sich um sowas vorher kümmert, kann ja hinterher keiner das System vom Markt klagen, und diese Option darf man ja nicht gefährden.
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18. August 2010
Ilse Aigner verteilt Backrezepte:
Allerdings war in den vergangenen Wochen spekuliert worden, dass Lebensmittel teurer werden könnten – unter anderem wegen eines russischen Exportverbots für Weizen […]. Aigner erklärte jedoch, dass höhere Lebensmittelpreise kaum seriös zu begründen seien. „Der Getreideanteil an einer Semmel beträgt gerade vier Prozent. […]“
Wir wollen doch mal hoffen, Getreide ist der Hauptbestandteil und wir reden nicht von der Semmel, sondern von ihrem Preis.
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13. Juni 2010
Nordkorea greift durch:
Nordkorea hat keine WM-Übertragungsrechte – trotzdem hat das Staatsfernsehen offenbar das Eröffnungsspiel gezeigt. Ein südkoreanischer Sender wirft dem Regime nun Sendepiraterie vor. Handelt es sich um eine gezielte Provokation nach der Krise um ein versenktes Kriegsschiff?
Das sind ja ganz harte Bandagen!
Was machen die als nächstes? Radioübertragungen von der schwedischen Bowlingmeisterschaft in Kungsbacka? Twittern vom Schützenfest in Clausthal-Zellerfeld?
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22. Mai 2010
In Japan will man hoch hinaus:
“Ikaros” heißt der kleine Flugkörper, der am Freitag an Bord einer H-IIA-Trägerrakete vom Weltraumzentrum Tanegashima im Süden Japans abhob.
Wollen wir nicht doch nochmal bei Schwab nachlesen?
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20. Mai 2010
Merkel schlumpft sich durch:
Die Kanzlerin setzt auf irgendeine Finanzdingsbumssteuer, um der verstörten Wählerschaft ein Gefühl der Gerechtigkeit zu vermitteln.
Man könnte genau die Bezeichnung einfach beibehalten, das trifft’s doch ziemlich gut. Wie jeder weiß, ist ein eingängiger, leicht zu merkender und problemlos wiederzugebender Name eine unabdingbare Voraussetzung für schnelle Akzeptanz, ein positives Image und eine wohlwollende, beruhigende Stimmung.
Wie bei „Hartz IV“ zum Beispiel.
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15. Mai 2010
Trichet hat doch Physik studiert:
Trichet fordert “Quantensprung” von Euro-Staaten
Der EZB-Präsident fordert jetzt “einen Quantensprung in der gegenseitigen Überwachung der Wirtschaftspolitik in Europa”.
Naja, vielleicht ist in dieser Angelegenheit auch die kleinste mögliche diskrete Zustandsänderung schon ein Fortschritt.
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19. Februar 2010
Die Lufthansa kooperiert mit der Bahn:
Da nutzt die beste Kooperation von Bahn und Lufthansa nichts, wenn die Züge bereits jetzt übervoll sind.“ Die Bahn müsse nun „alles unternehmen, um diesen Ansturm zu bewältigen“, vor allem müsse sie zusätzliches Personal einsetzen.
Und werden die Züge davon dann leerer oder größer?
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19. Februar 2010
Die Kirche tut wieder mal das, was sie am besten kann: Behauptungen aufstellen.
Religion versus Evolution
Wie die Sünde in die Welt kam
Woher kommt die Moral, woher die Sünde? Viele Wissenschaftler glauben, dass unsere Wertvorstellungen auf die Prozesse natürlicher Auslese zurückzuführen sind. Doch Theologen bestreiten das – für sie ist der Glaube nicht allein durch Evolution zu erklären.
Sondern halt durch Glauben. Funktioniert komischerweise seit Ewigkeiten. Trotzdem die kurze Anmerkung: Um etwas zu widerlegen, liebe Kirche, muß man nicht behaupten und glauben, sondern belegen und beweisen.
Das wird wohl nix mehr in diesem Zeitalter.
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19. Februar 2010
Rolle Koch setzt Prioritäten:
Roland Koch warnt CDU vor schwarz-grünem Flirt
“Unsere Gemeinsamkeiten mit der FDP sind bei Weitem größer.”
In der Politik kommt es aber nicht auf Gemeinsamkeiten an, sondern auf Mehrheiten. Das wird er schon noch früh genug merken.
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23. Dezember 2009
spektrumdirekt nimmt’s nicht ganz so genau:
[…] etwa neun Milliarden Schwingungen entsprechen nach dem Internationalen Einheitensystem genau einer Sekunde.
Und etwa 400000 km ist genau die Entfernung zum Mond.
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22. Dezember 2009
Beim ZDF-Theaterkanal verliert man den Überblick:
Neben […] gehören zwei Arien aus der Zauberflöte zu den Höhepunkten des Programms: Dorothea Röschmann singt “Porgi Amor” und “E Susanna non vien! … Dove Sono”.
Mit einem Libretto vom berühmten Mailänder Librettisten Emanuele Schikanedro?
Also nochmal im Einzelnen: Ursprünglich hatte der ja das Textbuch zu Le nozze di Tamino schon fertig, hat sich aber nochmal überzeugen lassen, daß die Tochter der Regina della notte, Susanna, doch jemand anders heiraten sollte. Im Anschluß wurde die Planung der anstehenden Premieren etwas unübersichtlich und der Projektplan immer enger. Die drei Knaben (Bartolo, Basilio und Cherubino) kommen dann erst bei der operativen Teilung des Librettos zu ihren Partien. Daß irgendwas immer noch nicht stimmt, fällt aber erst auf, als zwei Geharnischte mangels Sprachkenntnissen etwas orientierungslos in einem spanischen Schloß herumstolpern und ein gewisser Hohepriester dort angesichts der erotischen Verstrickungen und des Intrigenspiels seinen Job hinschmeißt und als Gärtner weitermacht. Bei der Gelegenheit kündigt auch gleich der Kammerdiener Monostatos, der mit seiner Sprechrolle schon länger unzufrieden war und von der anderen Seite immerhin eine Soloarie versprochen bekommen hatte. Nachdem nun diese Stelle frei ist, geht alles ganz schnell: Tamino schult um auf Barbier und kriegt sofort den Job. Der lange verschollene Bruder des Grafen kommt von seiner Weltreise zurück, stellt fest, daß ihm seine alte Umgebung fremd geworden ist, und da gegenüber noch eine Planstelle für einen Adligen inklusive Beförderung zum Prinzen frei ist, fällt die Entscheidung leicht. Dabei kommt auch die lange geheimgehaltene Affäre mit seiner Schwägerin ans Licht, die ihm folgt, aber ihre Arien in Spanien zurücklassen muß. Der Rest ist Geschichte.
In der historischen Musikwissenschaft ist das schon seit längerem bekannt, aber dem ZDF müßte nochmal jemand bescheidsagen.
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05. September 2009
Wissenschaft online liefert Katastrophenjournalismus:
Weißer Zwerg kurz vorm Explodieren entdeckt
Genug Popcorn bereitgelegt?
Astronomen entdeckten einen sehr massereichen Weißen Zwergstern in einem Binärsystem, der womöglich in relativ kurzer Zeit als Supernova explodieren wird.
Im Rest des Artikels wird erwartungsgemäß geschickt verschwiegen, was diese konkrete Bevölkerungsgruppe im genannten Sachzusammenhang in aller Regel unter „kurz“ versteht, nämlich nur fünf bis sieben Nullen bei der Jahresangabe statt sechs bis neun.
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03. August 2009
Die Süddeutsche betreibt eine etwas pauschal formulierte Presseschau:
Gerade britische Medien widmen den Kämpfen an den Pools alljährlich ausführliche Berichte.
Mein guter Freund Christian schlug daraufhin vor:
„Der Pool“ (J. Grisham)
„Der Tote im Pool“ (E. Wallace)
„Die Kämpfe am Pool“ (D. Lean, P. Boulle)
„I know, where my Towel is“ (D. Adams)
„Geheimnis um einen leeren Liegestuhl“ (E. Blyton)
„Pool Runner“ (R. Scott)
Was mich auch auf Ideen brachte:
„From the pool with love“ (I. Fleming)
„The pool of the baronet“ (A. Christie)
„The fellowship of the pool“ (J.R.R. Tolkien)
„Animal Pool“ (G. Orwell)
„Monty Python and the Holy Pool“ (T. Gilliam)
„At a little pool of my friends“ (Lennon/McCartney)
„The dark side of the pool“ (R. Waters)
„Much ado about no pool“ (W. Shakespeare)
„Pool with rainbow“ (W. Turner)
Und dann nochmal Christian:
„The two Towels“ (J.R.R. Tolkien)
„Celebration“ (Pool and the Gang)
„Der alte Mann und der Pool“ (E. Hemingway)
(Auch, wenn die letzten beiden eher „US-Medien“ sind. Künstlerische Freiheit.)
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21. Juli 2009
Das Gesundheitsministerium hört die Signale:
Die Krankenkassen erwarten für 2010 ein riesiges Finanzloch […] Der stellvertretende Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg […] hält einen Fehlbetrag von bis zu acht Milliarden Euro für denkbar […] sprach sogar von bis zu elf Milliarden Euro.
Das Gesundheitsministerium wies die „Kassandra-Rufe“ zurück.
Liebes Gesundheitsministerium, wissen wir auch ganz genau, was Kassandra-Rufe sind? Und sind wir immer noch sicher, daß wir die meinen?
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04. Juni 2009
Das Abendblatt hat nochmal nachgezählt:
Macht also insgesamt eine Sollmenge von 29395.
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